
Forstwissenschaften und WaldökologieGeorg-August-Universität Göttingen
Forstwissenschaften und Waldökologie an der Georg-August-Universität Göttingen: "Ein interessantes und vielseitiges Fach, dessen Potenzial leider durch zu viel Theorie, hohe finanzielle Belastungen und fehlende berufliche Orientierung geschmälert wird."
6. SemesterForstwissenschaften und Waldökologie an der Georg-August-Universität Göttingen bewertet mit 2,9/5: "Ein interessantes und vielseitiges Fach, dessen Potenzial leider durch zu viel Theorie, hohe finanzielle Belastungen und fehlende berufliche Orientierung geschmälert wird...." - Ehrliche Erfahrungen von verifizierten Studierenden auf studiumfinden.
Ein interessantes und vielseitiges Fach, dessen Potenzial leider durch zu viel Theorie, hohe finanzielle Belastungen und fehlende berufliche Orientierung geschmälert wird.
Ich würde den Studiengang in seiner derzeitigen Form eher nicht weiterempfehlen. Das liegt nicht daran, dass ich Forstwissenschaften grundsätzlich uninteressant finde – im Gegenteil, viele Themen rund um Wald, Ökologie, Naturschutz und Forstwirtschaft finde ich sehr spannend. Allerdings habe ich im Laufe meines Studiums zunehmend eine Lücke zwischen meinen Erwartungen und dem tatsächlichen Studienalltag wahrgenommen.
Ein wesentlicher Kritikpunkt ist für mich der sehr hohe theoretische Anteil. Natürlich braucht ein wissenschaftliches Studium theoretische Grundlagen, dennoch würde ich mir gerade in den Forstwissenschaften deutlich mehr Praxisbezug wünschen. Exkursionen und praktische Veranstaltungen empfinde ich deshalb als besonders wertvoll, sie könnten meiner Meinung nach aber einen größeren Stellenwert einnehmen.
Hinzu kommt der hohe mathematische und quantitative Anteil. Mathematik, Statistik, Inventurverfahren und wirtschaftliche Berechnungen spielen in verschiedenen Modulen eine große Rolle. Dass diese Inhalte dazugehören, ist verständlich, allerdings war mir vor Studienbeginn nicht bewusst, welchen Umfang sie tatsächlich einnehmen. Hier wäre eine transparentere Kommunikation gegenüber Studieninteressierten sinnvoll.
Ein weiteres Problem sind die finanziellen Belastungen. Neben den normalen Lebenshaltungskosten entstehen zusätzliche Ausgaben, beispielsweise für Fachbücher, Materialien oder eine Pflanzenpresse. Besonders schwierig wird es bei wichtigen Zusatzqualifikationen wie dem Jagdschein oder der Waldpädagogik. Die verfügbaren Plätze sind stark begrenzt und decken nur einen kleinen Teil der Studierenden ab. Teilweise hängt die Teilnahme von bereits erreichten Credits, der Wartezeit oder dem Studienfortschritt ab. Gerade wenn man nicht mehr in der Regelstudienzeit ist, kann es dadurch zusätzlich schwierig werden, einen Platz zu erhalten.
Beim Jagdschein kommt hinzu, dass eine private Alternative mehrere Tausend Euro kosten kann. Für Studierende, die von BAföG leben und gleichzeitig einen eigenen Haushalt finanzieren müssen, ist das kaum bezahlbar. Wenn eine solche Zusatzqualifikation für bestimmte spätere Tätigkeiten wichtig ist, sollte sie meiner Meinung nach für wesentlich mehr Studierende zugänglich sein und nicht so stark von den eigenen finanziellen Möglichkeiten abhängen.
Auch die Mobilität ist ein Problem. Spätestens während eines Praktikums merkt man, wie stark man in der Forstwirtschaft teilweise auf ein Auto angewiesen ist, da Forstämter, Reviere und Waldflächen häufig schlecht mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar sind. Ein eigenes Auto mit Anschaffung, Versicherung, Kraftstoff und Reparaturen ist für Studierende mit BAföG und eigenem Haushalt jedoch eine erhebliche zusätzliche finanzielle Belastung. Auch darüber sollte vor Studienbeginn transparenter informiert werden.
Besonders fehlt mir außerdem eine umfassende Berufsorientierung. Im Studium entsteht häufig der Eindruck, dass der klassische Weg entweder in Richtung Revierleitung beziehungsweise Forstverwaltung oder in die Wissenschaft und Forschung führt. Tatsächlich gibt es mit einem forstwissenschaftlichen Abschluss wesentlich mehr Möglichkeiten, beispielsweise im Naturschutz, in der Umweltplanung, Waldpädagogik, Öffentlichkeitsarbeit, bei Behörden, Verbänden oder Unternehmen. Eine gut zugängliche Berufsberatung, die diese verschiedenen Wege, notwendige Zusatzqualifikationen und konkrete Einstiegsmöglichkeiten aufzeigt, habe ich bisher jedoch nicht gefunden.
Insgesamt wünsche ich mir deshalb vor allem mehr Praxisbezug, eine bessere Berufsorientierung, einen faireren Zugang zu Zusatzqualifikationen und eine stärkere Berücksichtigung der finanziellen Situation von Studierenden. Studieninteressierte sollten außerdem transparenter darüber informiert werden, wie theoretisch und mathematisch das Studium ist, welche zusätzlichen Kosten entstehen können und welche Bedeutung Mobilität und Zusatzqualifikationen für spätere Berufswege haben.
Das Fach selbst finde ich weiterhin interessant und besonders die praktischen Veranstaltungen und Exkursionen haben mir gefallen. Meine Kritik richtet sich daher weniger gegen die Forstwissenschaften an sich als gegen die konkrete Ausgestaltung des Studiums. Unter den derzeitigen Bedingungen würde ich den Studiengang eher nicht weiterempfehlen.
Spannende und vielseitige Themen rund um Wald, Ökologie und Naturschutz sowie interessante Exkursionen und praktische Veranstaltungen.
Zu theorielastig und teuer, zu wenig Praxis und Berufsorientierung sowie zu wenige Plätze für wichtige Zusatzqualifikationen wie Jagdschein und Waldpädagogik.
Facts zum Forstwissenschaften und Waldökologie Studium
- Abschluss
- Bachelor of Science
- Regelstudienzeit
- 6 Semester
- ECTS
- 180
- Studienform
- Vollzeit
- Standort
- Göttingen
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